Kunstbetrachtung im Dialog, März 2017

 

Im Kunstmuseum Bonn vor Werken von August Macke und den Rheinischen Expressionisten.

 

 

August Macke prägte 1913, kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und damit seines frühen Todes, den Begriff des Rheinischen Expressionismus. Ein Jahr zuvor hatten deren Vertreter ihren grossen Auftritt bei der epochalen Sonderbund-Ausstellung in Köln, Seite an Seite mit den großen Avantgardisten der Zeit, wie Vincent van Gogh, Paul Gauguin oder Edvard Munch.

Das Kunstmuseum Bonn zeigt einen ganz aussergewöhhnlichen Bestand Rheinischer Expressionisten, dem wir uns mit einer gezielten Auswahl nähern wollen. Es soll uns um die Wesensmerkmale dieser Kunstrichtung gehen, um die besonderen Gestaltungskriterien dieser farb- und formdynamischischen Malerei, die in Abhängigkeit von den historischen Gegebenheiten zu betrachten sind – bis hin zur Jahrhundertkatastrophe des 1. Weltkriegs.

Nach einer Einleitung zum Thema werden wir uns in Kleingruppen mit ausgewählten Werken von August Macke, Hans Thuar und Heinrich Campendonk befassen. Als Anregung zu diesen einleitenden Bildbetrachtungen geben wir Ihnen folgende formale Fragestellung mit:

Mit Hilfe welcher künstlerischen Mittel wird die sichtbare Wirklichkeit als gestaltetes Abbild, bzw. Kunstwerk wiedergegeben? Damit fragen wir nach dem Abbildcharakter der von uns betrachteten Bilder, dem sogenannten Ikonizitätsgrad. Der Ikonizitätsgrad bestimmt den Grad der Exaktheit eines Gemäldes/Kunstwerkes. Also wie sehr die Illusion die Natur nachahmt.

Einige Stichworte aus der Aufgabenstellung:

Raumillusion: durch die Perspektive erzeugt, durch Tiefenstaffelungen und Überschneidungen der Bildgegenstände.

Körperillusion: durch Farbmodellierung wird Eindruck von Licht, Schatten und Verschattungen erzeugt und dadurch Plastizität vorgetäuscht

Stofflichkeitsillusion: die exakte Wiedergabe von Oberflächen- bzw. Materialeigenschaften der dargestellten Objekte

zeichnerische „Richtigkeit“: Detailgenauigkeit, Schärfegrad

anatomische „Richtigkeit“: Richtigkeit der Einzelform an sich sowie im Verhältnis zur Gesamtform

farbliche „Richtigkeit“: Gegenstandsfarbe

 

Auf eine anregende Kunstbetrachtung und eine intensive Auseinandersetzung freuen sich

Nicole Birnfeld + Olaf Mextorf

 

weiterführende Links:

http://www.kunstmuseum-bonn.de/sammlungen/august-macke/

http://www.august-macke-haus.de/august-macke-haus/august-macke/

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/bonn/Bonner-Kunstmuseum-lockt-mit-Expressionisten-article44167.html

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/bonn/Das-Kunstmuseum-erinnert-an-den-expressionistischen-Sommer-1913-article1082699.html

http://www.eiskellerberg.tv/allgemein-artikeldetail-txt/items/Nebenbei_mit_Folgen.html

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/bonn/Zeugnisse-einer-Leidensgeschichte-im-Kunstmuseum-article221023.html

http://www.kunstmuseum-bonn.de/ausstellungen/aktuell/info/ex/katharina-grosse-in-seven-days-time-782/

http://www.kultur-online.net/node/24254

http://alfredflechtheim.com/kuenstler/rheinischer-expressionismus/

http://www.rheinische-art.de/cms/topics/nur-eine-wendung-im-malerischen-denken.-rheinische-expressionisten-in-bonn.php