Die vierte Einspielung der „Klavierwerke um den Russischen Futurismus“ komplettiert einzigartige Serie

Klavierwerke um den Russischen Futurismus Vol. 4

Selbst in den so gegensätzlichen Kompositionen Igor Strawinskys und Alexander Skrjabins lassen sich die stilistische Einflüsse des Futurismus ausmachen. Ihre gegensätzlichen künstlerischen Standpunkte stecken gewissermaßen den Rahmen ab, in dem die musikalischen Experimente der „Klavierwerke um den Russischen Futurismus“ unternommen werden. Skrjabin wurde zur „Vaterfigur“ der nachfolgenden Komponistengeneration und seine Werke entfalteten eine immense „katalysatorische“ Wirkung. Diesem Einfluss konnte sich auch Strawinsky nicht entziehen, obwohl er bereits seit 1910 im westlichen Ausland Karriere machte. Seine späteren Selbstdarstellungen lassen jedoch deutlich die Absicht erkennen sich vom Vorbild Skrjabin zu distanzieren.

Im Falle der beiden jüngeren Komponisten – Roslavets und Protopopov – tritt das Verwandtschaftsverhältnis zu Skrjabin viel deutlicher zu Tage. Bei Roslavets gibt es ganz offenkundige Gemeinsamkeiten zwischen seinen „Synthetakkorden“ und Skrjabins „Klangzentrum“. Im Bemühen seine Kompositionsmethode auch theoretisch zu untermauern führt dies zu der seltsamen Situation, in der praktisches Komponieren und Musikdenken auseinander zu driften scheinen. Aber die direkte Gegenüberstellung mit den beiden „großen“ modernen, russischen Komponisten, lenkt den Blick stärker auf die allgemeinen gedanklichen Rahmenbedingungen und lässt so den ästhetischen Eigenwert von Roslavets’ Kompositionen unbelastet hervor treten. Die musikalische „Menage à trois“ schließlich, die sich zwischen Skrjabin, Boleslav Javorskij und Sergej Protopopov entwickelte ist sicher eine der spannendsten und merkwürdigsten Episoden der jüngeren Musikgeschichte.

Den Schlusspunkt der Reihe bildet ein Bonustrack, der noch einmal den Bogen zurück zu der ersten Folge schlägt: Eine zweite, etwas kürzere Version von Nikolaj Obuchovs „Adorons Christ“ als Weltersteinspielung, die zusätzlich zu Stereo und 5.1-kanaligem Surround Sound in 3D-Binaural-Stereo-Sound-Technik produziert worden ist.

 

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http://www.deutschlandfunk.de/echo-klassik-2017-preistraeger-stehen-fest.2849.de.html?drn:news_id=773934