Kunstbetrachtung im Dialog, September 2019

 

In der Ausstellung „Goethe – Verwandlung der Welt“ in der Bundeskunsthalle Bonn.

 

Ob Ulrich Plenzdorf und Eberhard Itzenplitz  „Die neuen Leiden des jungen W.“ thematisieren, Klaus Mann und István Szabó „Mephisto“ befragen oder Rudolf Thomes Film „Tarot“ die Wahlverwandschaften variiert – um nur einmal eine gänzlich subjektive Auswahl zu nennen -,  im Hintergrund stehen Goethes Werke, seine Haltungen und Reflektionen.

Macht es da nicht Sinn, einmal gemeinsam auf die Suche zu gehen nach der gegenwärtigen Relevanz Goethes? Und behalten wir dabei ruhig einmal ganz konkret unsere eigenen Erfahrungen mit seinem Werk im Gepäck.

Dazu möchten wir Sie einladen!

Es freuen sich sehr auf ein gemeinsames Erlebnis und grüßen herzlich

Olaf Mextorf + Judith Graefe

 

Infotext der Bundeskunsthalle:

Johann Wolfgang Goethe ist der weltweit bekannteste Dichter deutscher Sprache. Bereits zu Lebzeiten erstreckte sich sein Ruhm auf ganz Europa. Seine literarischen Werke wurden in unzählige Sprachen übersetzt und Figuren wie Werther oder Faust eroberten alle Kunstgattungen und sämtliche Sparten der Populärkultur. Wie kein zweiter Dichter seiner Zeit hat Goethe jene Veränderungen reflektiert, die um 1800 die politischen, ökonomischen und kulturellen Fundamente Europas erschütterten. Er war aber nicht nur ein kritischer Beobachter der anbrechenden Moderne, sondern zugleich ein äußerst wandlungsfähiger Künstler, der bis heute Schriftsteller, Maler und Bildhauer sowie Komponisten, Fotografen und Filmregisseure inspiriert hat.

Die erste große Goethe-Ausstellung seit 25 Jahren veranschaulicht sein Werk und seine Biografie im Horizont der frühen Moderne sowie die einzigartige Rezeptionsgeschichte seines Wirkens. Neben Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie werden auch Theater, Film und Musik eine wichtige Rolle spielen. Die groß angelegte Schau versammelt ca. 250 Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit. Mit Werken von Caspar David Friedrich, Auguste Rodin, William Turner und Angelika Kauffmann über Piet Mondrian und Paul Klee bis hin zu Cy Twombly, Andy Warhol, Barbara Klemm und Ólafur Elíasson reicht die Perspektive der Ausstellung vom späten 18./frühen 19. Jahrhundert bis in unsere heutige Zeit. Die wechselvolle Rezeptionsgeschichte seines Werks wie auch seiner Person bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für Fragen nach der Aktualität Goethes, der diese Ausstellung nachgeht.

In neun Kapiteln erschließt die Ausstellung Goethes Leben und Werk sowie den Epochenhorizont seiner Zeit – von 1749, dem Jahr seiner Geburt, bis zu seinem Tod im Jahr 1832.  Zentrale biografische Wendepunkte und Ereignisse sowie einige seiner bekanntesten Werke bilden die Fokuspunkte der Ausstellung.  Gleichzeitig spielt der Blick auf das Zeitgeschehen eine zentrale Rolle: Die großen Ideenkomplexe und die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche liefern dafür nicht nur den zeitlichen Hintergrund, sondern spiegeln die maßgeblichen Fragestellungen der Zeit, mit denen Goethe sich intensiv auseinandergesetzt hat