Themenreihe, November 2009 – Februar 2010

 

Eine Kooperation mit der Theatergemeinde Köln im Wallraf-Richartz-Museum – Fondation Corboud und dem Museum Ludwig.

 

Willem Claesz Heda - Stilleben (1632)Typisch Peter Gaymann: Gewohnt augenzwinkernd nimmt er seine Zeitgenossen ins Visier. Auch der Museumsbesucher ist in seinen Cartoons immer wieder Objekt einer leicht spöttischen und doch selbstentlarvend-versöhnlichen Charakterisierung. So zeigt eine Bildstrecke einen stolzen Papa, der gemeinsam mit dem Sohnemann im Schnelldurchgang große Künstlernamen abhakt und sich am Ende amüsiert zeigt über die treffsichere Zuschreibung seines aufmerksamen Sprösslings, der angesichts eines Werkes von Kandinsky verkündet: „Das hab ich gemacht!“

Amüsant. Gewiß. Doch wie steht es um den Erlebnis- und Erkenntnisgehalt eines Museumsbesuchs, der auf ein karges ‚namedropping’ reduziert wird und sich gegen Ende gar zu einem amüsierten „Das kann ich auch!“ steigert?

Dabei ist das Museum ein Ort, an dem ungemein viel über unsere Wahrnehmung, unser Empfinden und Erleben erfahrbar wird. Doch dazu braucht es vor allem Zeit und die scheint angesichts allgegenwärtiger Beschleunigung zu verdampfen, wobei sich unsere Aufmerksamkeit zu einem bloßen „Zappen“ verflüchtigt. Selbst im Museum muss ein flüchtiger Blick auf die Meisterwerke reichen.

Doch es geht auch anders. Wir haben eine etwas andere Art der Kunstbetrachtung entwickelt. Vor Ort, zunächst im Wallraf-Richartz-Museum / Fondation Corboud, später dann auch im Museum Ludwig, werden wir eine Annäherung an die Kunst mit „entschleunigtem Blick“ erproben, wobei sich der thematische Bogen spannt von der geheimnisvollen Stillebenmalerei der Niederländer über die malerische Neuentdeckung der Welt im ausgehenden 19. Jahrhundert bis hin zu den Erschütterungen der Klassischen Moderne und den Experimenten der Gegenwartskunst.

Neugierige Betrachtung, tastende Vergleiche und beschreibende Annäherung an Unbekanntes stehen dabei im Vordergrund. Beobachtungen werden im Gespräch formuliert, Assoziationen zur Diskussion gestellt und Seherfahrungen ausgetauscht – ein Angebot, dass sich gleichermaßen an erfahrene Museumsgänger wie an Ein- oder Umsteiger richtet.

 

https://theatergemeinde-koeln.de/