Kunstbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 15. August 2020 – Arp Museum Bahnhof Rolandseck

in der Ausstellung „Jonas Burgert – Sinn frißt“ *

 

11:30 bis 13:00 Uhr

 

Bitte beachten Sie!

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist ab dem 12. Mai 2020 für EINZELBESUCHER wieder geöffnet. Beachten Sie bitte hierzu:

https://arpmuseum.org/media/pm_wiederoeffnung_arp_museum_final.pdf

Infolge der allgemeinen Maßnahmen zur Eindämmung des COVID-19 Virus hat das Haus aber entschieden, dass es (vorerst) bis zum 31. August 2020 dort keine öffentlichen Veranstaltungen, also auch keinen Kunstdialog zum Thema „Der entschleunigte Blick“ geben wird. Wir hoffen auf eine Verängerung der Jonas Burgert-Ausstellung, damit wir unserer Veranstaltung ggf. neu anbieten können! Bereits entrichtete Teilnahmegebühren werden umgehend rückerstattet.

Wir bitte um Verständnis, wünschen Ihnen alles Gute und BLEIBEN SIE GESUND!

Olaf Mextorf + Nicole Birnfeld

 

 

Aus dem Ankündigungstext des Hauses:

Jonas Burgert (* 1969) zählt zu den Protagonisten der Malerei der Gegenwart von internationalem Rang. Für die große museale Einzelschau im Arp Museum Bahnhof Rolandseck schafft er sieben neue monumentale Gemälde und einige Skulpturen. Sie werden in der großen, lichtdurchfluteten Ausstellungsetage des Neubaus von Richard Meier gezeigt, ergänzt durch kleinere Arbeiten und Zeichnungen.

Jonas Burgerts Malereien scheinen aus der Zeit gefallen zu sein: Sie oszillieren zwischen Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem. Dabei spielen tagespolitische Themen und solche, die die moderne Gesellschaft spiegeln sowie kunsthistorische Rückgriffe eine Rolle. Es sind bis zu 22 Meter lange, überwältigende Malereien, die in altmeisterlicher Manier, oft pinselhaarfein an Perfektion kaum zu übertreffen und in einem wahren »Farbenrausch«, den Besucher in Atem halten. Der Farbpalette scheint dabei keine Grenze gesetzt zu sein und die Farben zeigen sich gedeckt, hell leuchtend, in freier flüchtiger Gestik aufgetragen oder exakt und pointiert gesetzt. In diesem Farbenmeer treffen archaische, mythologische und dem Zeitgeist verpflichtete Figuren wie auch Tiere aufeinander, die als exotische Gestalten in bizarre Gewänder gehüllt, oder umwickelt, die Szenerie beherrschen und miteinander verbinden. Das kaum überschaubare Gewimmel und dynamische Geschehen unterliegt auch den umfassenden Tiefen der Phantasie und des Unbewussten. In einem gleichzeitigen Nebeneinander bildet Jonas Burgert unterschiedliche Erzählstränge ab, die auf den ersten Blick ungeordnet und wild erscheinen. Auf den zweiten Blick ist es ein wohlkomponiertes künstlerisches Universum, das uns gefangen nimmt: Eines das uns beunruhigt, das uns verstört, das schön, melancholisch und zugleich bedrohlich ist, eines das apokalyptisch und surreal anmutet. Dabei steht die menschliche Existenz mit all ihren Abgründen, Begierden und Ängsten im Fokus. Denn wer sonst als der Mensch bestimmt das Leben mit all seinen Schattierungen.

 

*in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck