Kunstbetrachtung im Dialog, September 2026

 

In der Ausstellung „Sprechende Bilder 1400 – 1800: Meisterwerke aus dem Nationalmuseum Luxemburg“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.

Beauftragt von den Freizeit-Treffs Bonn.

 

Jacob Jordaens (1593-1678) Bacchus und ein Anhänger
© Nationalmuseum Luxemburg/Musée National d’Archeologie, d’Histoire et d’Art (MNAHA), Foto: MNAHA, Tom Lucas

 

 

Ankündigungstext des Museums:

30 Meisterwerke aus dem Nationalmuseum für Geschichte und Kunst, Luxemburg (MNAHA) treten in Dialog mit 19 Highlights der Sammlung Rau für UNICEF – und sind in dieser Fülle erstmals außerhalb des europäischen Nachbarlandes zu sehen. Bildgewaltig erzählen sie Geschichten und Geschichte von der Antike bis zum Barock.

Fast filmisch zieht das Leben Christi in szenischen Bildern an uns vorbei – in mittelalterlichen Handschriftenminiaturen, auf kostbaren Elfenbeintafeln und großen Altären. Mit Humanismus und Gegenreformation verdichtet sich das Erzählen auf den entscheidenden Augenblick: Mimik und Gestik der Figuren sprechen unmittelbar unsere Gefühle an, wecken Mitgefühl, Mitleid oder rauschhafte Freude wie im Titelmotiv „Bacchus, Venus und Amor“ von Rosso Fiorentino. Im dramatischen Licht der Barockmalerei gewinnen Götter, Helden und Heilige monumentale Präsenz. Von Troja über Judäa bis zum Olymp entfaltet sich ein vielstimmiger Bilderreigen – voller Leidenschaft, Lust und Leid. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verschiebt sich der Blick: Historien treten zurück, während Landschaften und Alltagsszenen an Bedeutung gewinnen. Die Natur erscheint kraftvoll und präsent, in der Genremalerei rückt das alltägliche Leben in den Mittelpunkt – mal ernst, mal augenzwinkernd.