Kunstbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 09. Januar 2027 – In der Ausstellung „Zu den Sternen – Weltraum und Weltflucht seit der Moderne“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.

 

11:30 bis 13:30 Uhr

 

Kosten: € 18,- pro Person zzgl. ermäßigter Museumseintritt
Anmeldungen ab sofort unter:
Anmeldung
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung
Stichwort „Sterne Last Minute“ bitte in der Anmeldung angeben
Treffpunkt: ca. 11:25 Uhr im Kassenbereich des Museums

 

Ausstellungsansicht: Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne
© Foto: David Ertl

 

 

Machen wir uns nichts vor: So schnell werden wir bei aller Hochtechnologie nicht in die unendlichen Weiten des Kosmos vorstoßen, wird eine reale Weltflucht noch lange Zukunftsmusik bleiben. Vielmehr rücken uns angesichts apokalyptischer Aussichten auf Erden künstlerisch imaginierte Weltuntergangs-Szenarien beklemmend nah.

Ein „Weiter so!“ wird die Bevölkerung des Raumschiffs Erde in den Untergang treiben. Also müssen wir reden. Miteinander. Müssen wieder eine gemeinsame Sprache finden. Und Anstöße zum rettenden Austausch geben die Werke der Ausstellung „Zu den Sternen!“ Lassen wir uns also auf diesen Dialog mit der Kunst ein.

Ankündigungstext des Museums:

Seit jeher dient der Weltraum als mächtige Projektionsfläche für Sehnsüchte und Utopien – angesichts globaler Krisen hält er immer noch die Vision einer alternativen Existenz bereit. Apokalyptisches Erwachen und exzentrischer Grenzverlust werden mit rund 100 Werken von der Moderne bis zur Gegenwart beleuchtet – u. a. mit Yael Bartana, Max Ernst, El Lissitzky, Katharina Sieverding, Sophie Taeuber-Arp und Emma Talbot. Der Blick in den Weltraum offenbart kosmische Träume und wird zu einer Reflexion über unsere Gegenwart und Zukunft.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schien der Weltuntergang nahe. Der Halleysche Komet und dessen befürchtete Kollision mit der Erde weckten Ängste und Sehnsüchte. Eine angesichts von Technisierung und Rationalisierung blühende Projektion des Irdischen ins All vervielfachte sich in den Künsten. In der Theorie war es denkbar geworden, den Weltraum zu bereisen, das Wissen um die Astronomie hatte sich potenziert.

Seit den 1980er-Jahren nehmen die kritischen Stimmen an den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Raumfahrt merklich zu. Den Hoffnungen, alternatives Leben auf einem Ersatzplaneten zu finden oder dies zu ermöglichen, steht ein zunehmender Kulturpessimismus entgegen. Die Erkenntnis der Endlichkeit unserer lebenswichtigen Ressourcen angesichts menschlicher Hybris und unseres Fehlverhaltens führt auch in der Kunst zu neuen Diskursen.

Auf einen anregenden Austausch freuen sich

Olaf Mextorf + Judith Graefe