Kunstbetrachtung im Dialog, Februar 2026
In der Ausstellung „Kerstin Brätsch – Metaatem“ im Kunstmuseum Bonn.

Wenn eine Künstlerin antritt, um die weitläufige Sonder-Ausstellungsfläche des Kunstmuseums Bonn in einen lebendigen malerischen Organismus zu verwandeln, dürfen wir uns auf einen Überraschung gefasst machen. Und wenn der Ausstellungstitel METAATEM dann auch noch ein sogenanntes Palindrom ist, wird es noch geheimnisvoller.
Grund genug also, der Sache auf den Grund zu gehen.
Der Einführungstext des Kunstmuseums verspricht zudem noch den Zugang „zu einer anderen Welt“, in der wir in „eine Art Labyrinth aus Farbe, Licht und Klängen“ treten, oder vor eine „suggestive Tapete mit gespiegelten Moriven, die an die Tintenklecks-Tests des Psycharters Hermann Rorschach erinnern.“
Wir dürfen also gespannt sein auf eine Expedition der besonderen Art.
Ankündigungstext des Museums:
Für die Ausstellung verwandelt Kerstin Brätsch das Kunstmuseum Bonn in einen lebendigen malerischen Organismus. Zentraler Ausgangspunkt ist dabei der Bezug zwischen Malerei und Körper auf physischer, psychischer und sozialer Ebene. Wie ein Portal zu einer anderen Welt durchschreiten die Besuchenden eine Art Labyrinth aus Farbe, Licht und Klängen oder treten vor eine suggestive Tapete mit gespiegelten Motiven, die an die Tintenklecks-Tests des Psychiaters Hermann Rorschach erinnern.Ähnlich dem Mimikry-Prinzip bei Tieren, bei dem sie zum Schutz vor Bedrohungen Muster aus der Umgebung nachahmen, greift die Künstlerin Elemente aus ihren eigenen Werken auf und lässt sie immer wieder in neuer Gestalt und Materialität erscheinen.So „versteinert“ sie ihren eigenen Pinselstrich, indem sie ihn zuerst digitalisiert und dann in plastische Objekte aus Zement überführt. Zugleich arbeitet sie regelmäßig mit anderen Künstler:innen oder Handwerker:innen zusammen und bezieht Faktoren wie Licht und Zufall als gleichberechtigte Elemente in den künstlerischen Prozess ein. Damit stellt sie grundlegende Fragen nach Autorschaft und Subjektivität der Malerei, um ihre Wirkkraft immer wieder neu auf die Probe zu stellen.Mit Neuproduktionen und über 100 Werken aus den vergangenen 15 Jahren eröffnet die Ausstellung einen breiten Überblick über das Schaffen der Künstlerin. Sie werden ergänzt durch kollaborative Projekte von DAS INSTITUT (mit Adele Röder), Sergei Tcherepnin, KAYA (mit Debo Eilers) und Wibke Tiarks. Seit 2007 sind die Arbeiten von Kerstin Brätsch in internationalen Ausstellungen sowie wiederholt auf der Venedig Biennale zu sehen. Sie ist in wichtigen Sammlungen vertreten und erhielt renommierte Preise wie zuletzt den Tiemann-Preis.
link zur Ausstellung:
https://www.kunstmuseum-bonn.de/de/ausstellungen/kerstin-braetsch/