Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Kunstbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 24. September 2022 – Arp Museum Bahnhof Rolandseck

In der Ausstellung „Berlinde De Bruyckere – PEL / Becoming The Figure.“

 

11:30 bis 13:00 Uhr

 

Kosten: € 16,50 pro Person zzgl. ermäßigter Museumseintritt
Anmeldungen ab sofort – Sie erhalten eine Anmeldebestätigung
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Treffpunkt: kurz vor 11:30 Uhr im Kassenbereich des Museums

Über die Ausstellung:

Berlinde De Bruyckere (*1964, lebt und arbeitet in Gent, Belgien) gehört zu den bedeutendsten internationalen Bildhauerinnen der Gegenwart. Die zugleich faszinierenden und irritierenden Skulpturen der Künstlerin gehen den Betrachter*innen sprichwörtlich unter die Haut. Innerhalb ihres Schaffens spielt der Mensch eine übergeordnete Rolle. Dabei widmet sich die Künstlerin subtil und empathisch den physischen und seelischen Verwundungen ihrer ›Protagonist*innen‹. Die Körperhüllen berühren uns mit ihrer intensiven Versehrtheit, Verletzlichkeit und Melancholie und bewegen sich dabei zwischen Schönheit und Hässlichkeit, Vitalität und Tod, Harmonie und Deformation, Figürlichkeit und Abstraktion. Ihre Werke sind Zeugnisse sichtbarer und spürbarer Verwandlungsprozesse menschlichen Lebens.

Die Darstellung der menschlichen Figur unterliegt bei De Bruyckere grundlegend den klassischen Gestaltungsprozessen. Dabei spielt die Wahl des Materials Wachs, das gleich eines malerischen Vorgangs von ihr bearbeitet wird, für die Skulpturen in ihrer so realistischen Ausführung eine entscheidende Rolle. Dies wird auch bei ihrer Werkreihe der Körperfragmente zu einem bestimmenden Element, die oftmals stark deformiert und an fleischige Klumpen erinnernd, den Rezipient*innen ein hohes Maß an Unerschrockenheit und ästhetischem Wahrnehmungsvermögen abverlangen.

Die Unmittelbarkeit ihrer Werke erwächst aus den unterschiedlichen Körperhaltungen von Tänzer*innen, mit denen Berlinde De Bruyckere zusammenarbeitet. Allen voran der portugiesische Tänzer Romeu Runa, der im Zusammenhang mit ihren Werken im Arp Museum drei Tanz-Performances aufführen wird. Im Miteinander von Kunst und Tanz zeigt sich, wie Körperhaltungen zutiefst ergreifende innere Verfassungen offenbaren.

Eine besondere Bedeutung innerhalb ihres Werks kommt seit 1999 auch dem Pferd zu. Ihre Faszination gilt der Schönheit, der Beseeltheit und Stärke dieser Tiere. Die intensive Beschäftigung mit historischem Bildmaterial des Archivs des In Flanders Field Museum im belgischen Ypern, führte ihr das grausame millionenfache Schicksal der Pferde als Opfer auf den Schlachtfeldern Flanderns während des 1. Weltkriegs vor Augen.

Neben den kreatürlich-skulpturalen Werken und Zeichnungen, die parallel zu einzelnen Werkreihen entstanden sind, wird in der Ausstellung auch eine große textile Arbeit zu sehen sein. Gebrauchte und verwitterte Decken mit unterschiedlichen Mustern und Farben erinnern an abgenommene Fresken, die gleich einem Relief von der Künstlerin zueinander komponiert werden. Einst hat jede einzelne Decke Menschen geschützt und gewärmt. Sie sind Zeugnisse unbekannter Biografien menschlichen Lebens. Dieses stille und fragile Werk befriedet die offensive Intensität von Berlinde De Bruyckeres skulpturalem Kosmos.

Dabei verwandeln die lichtdurchfluteten Räume von Richard Meiers Neubau als Zwischenreich zwischen Himmel und Erde einmal mehr das Erschreckende in das Schöne und Erhabene.

Verbundenheit der Malerin mit der Natur. Natürlichkeit war ihr oberstes Gebot – ob nun im Akt oder im Blick in die Landschaft. Nicht mahnend, sondern liebend suchte sie den Einklang und Gleichklang mit den Dingen und schilderte den Menschen als Teil der Natur, mit ihr verwoben und von ihr abhängig.

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Ernst Ludwig Kirchner – Der Traumreisende

Kunst auf dem Schirm

 

Mittwoch, 28. September 2022

Zoom-Veranstaltung

 

19:00 bis 20:00 Uhr

 

Kosten: € 8,- pro Person
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Ist der berühmte Brücke-Künstler nun eher ein Stadtmaler oder ein Naturmaler? In seinen Motiven findet sich sowohl die flanierende Highsociety der Großstädte, als auch die lebensreformerische Nacktheit in unberührter Landschaft. Ernst Ludwig Kirchner scheint weit herumgekommen zu sein. Wir begeben uns auf die Spurensuche zu des Künstlers innerer wie äußerer Wandertätigkeit.

Er freuen sich auf gemeinsame Erkenntnisse

Judith Graefe + Nicole Birnfeld

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Der ständige Wandel als Prinzip allen Lebens – Unwesen und Treiben

Der entschleunigte Blick nach vorn: Das Arp Museum im Dialog!

 

Donnerstag, 06. Oktober 2022 – In der Ausstellung „Unwesen und Treiben“ und dem historischen Bahnhofsgebäude.*

 

17:00 bis 19:30 Uhr

 

Kosten: € 21,50 pro Person inkl. Museumseintritt
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Treffpunkt: kurz vor 17:00 Uhr im Kassenbereich des Museums

 

An dieser Stelle möchte wir Ihnen ein weiteres neues Format vorstellen: Der entschleunigte Blick nach vorn: Das Arp Museum im Dialog! ist in *enger Kooperation mit der Abteilung Kunstvermittlung des Arp Museums Bahnhof Rolandseck entstanden.

Anlaß für diese neue Reihe ist das 15jährige Jubiläum des Arp Museums, das wir mit dieser Reihe begleiten möchten. An jedem ersten Donnerstag im Monat werden wir zunächst einen entschleunigten Blick in die aktuellen Ausstellungen, bzw. die Architektur des Hauses werfen. Anschließend finden wir uns im Nordsaal des historischen Bahnhofs ein, wo wir – unterstützt durch eine Powerpoint-Präsentation – Aspekte unseres Rundgangs im Gespräch mit Ihnen vertiefen möchten.

Das Team des Arp Museums präsentiert ein Gedankenspiel, eine Baustelle, einen Experimentalraum in dem wir uns mit gewohnt „entschleunigtem Blicke“ umsehen werden um teilzunehmen am Entstehungsprozess einer neuen Dauerausstellung mit den Werken von Hans Arp und Sophie Taueber-Arp. Es wird sicher eine ästhetische und gedankliche Herausforderung.

Und darauf freuen sich

Olaf Mextorf, Nicole Birnfeld + Judith Graefe

 

aus der Museumsankündigung:

Bis heute begeistern Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp unsere Besucher*innen und Fans der klassischen Moderne auf der ganzen Welt. Getreu dem Arp‘schen Motto »Achtung, Achtung, Achtung. Sensation, Position, Halluzination.« stellen wir die innovative Strahlkraft des Paars in den Mittelpunkt unserer Ausstellungen.

Nach 15 Jahren, in denen die bahnbrechenden Werke in unterschiedlichen Konstellationen und im Dialog mit vielfältigen künstlerischen Positionen in Rolandseck zu sehen waren, richten wir für Sophie und Hans ein neues Zuhause ein. Ab 2023 gilt es die künstlerischen Prinzipien beider Künstler*innen und ihre ungebrochene Aktualität in unserer neuen Dauerausstellung zu entdecken.

Doch wie sieht ein solches Zuhause zweier Pionier*innen der Abstraktion aus? Welche Räume des Austausches, Staunens und Lernens benötigen wir? Wie streichen wir die Wände und welche Kunstwerke hängen wir auf? Welche imaginären Räume können und möchten wir eröffnen?

Die Baumeister*innen, das Team des Museums, werden hierbei vor so manche Herausforderungen gestellt – denken, ordnen, diskutieren, hören, sehen und verorten. Wie mit Nägeln, Hammer und Säge errichten wir bereits jetzt in Gedanken eine neue Heimat für unsere Hauspatron*innen. Dabei beschäftigen uns Fragen wie: Halten unsere Überlegungen den künstlerischen Leitlinien stand? Ist das Fundament der Ideen tief genug? Und welche weiteren historischen und auch zeitgenössischen Balken benötigt die Ausstellung für die Statik?

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Von Bestien und Schmusetieren: Tierisch was los im Arp Museum!

Kunstbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 15. Oktober 2022 – Arp Museum Bahnhof Rolandseck

In der Ausstellung „Tierisch was los! Tiere und ihre Menschen“ in der Kunstkammer Rau.*

 

11:30 bis 13:00 Uhr

 

Kosten: € 16,50 pro Person zzgl. ermäßigter Museumseintritt
Anmeldungen ab sofort – Sie erhalten eine Anmeldebestätigung
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Treffpunkt: kurz vor 11:30 Uhr im Kassenbereich des Museums

aus dem Ankündigungstext des Museums:

In der zweiten Jahreshälfte 2022 ist in der Kunstkammer Rau »tierisch was los!« Denn in vielen Gemälden und Skulpturen der Sammlung Gustav Raus kräht, bellt und grunzt es. Ab September heißt es: Leine los, jetzt wird die Tierwelt vom Mittelalter bis in die Neuzeit entfesselt.

Mythische Tierwesen und gezähmte Kreaturen sind zentrale Gestalten in Religion und Volksglauben. Mal sind sie geistiger Ahnherr, helfender Gott, verfluchter Dämon oder symbolische Stellvertreter*innen des Menschen. In ihnen spiegelt sich die traditionell enge Bindung zwischen Tier und Mensch. Diese Bindung ist ambivalent, geprägt von Liebe und Furcht, von kompromissloser Inbesitznahme und der Akzeptanz eines nützlichen Helfers an menschlicher Seite. Beispielhaft werden einige dieser Helfer vorgestellt: Milchkühe, Schafe, Pferde und Hühner treten ins Rampenlicht der Bildbühnen.

Das nicht gezähmte Wildtier bleibt dagegen Beute. Frisch erlegt, apportiert vom treuen Jagdhund wird es von Barock-Maler*innen festgehalten, um den höfischen Jagdsport und seine Erfolge zu demonstrieren. Mehr und mehr emanzipiert sich der individuelle Hund vom anonymen Rudel, wird zum engsten Begleiter und schließlich im 18. Jahrhundert zum Freund des Menschen. Diente der Windhund in klassischen Porträts dem Jagdherrn als Ausweis seines Adels, sitzt er nun als Gefährte auf Tisch und Bank nahezu gleichberechtigt neben ihm.

Mit der Revolution der Wissenschaft in der Aufklärungszeit erhält die Tier-Mensch-Beziehung erneut einen gewaltigen Schub. Vom sezierten oder studierten Objekt wird das Tier zum Darwin‘schen Ich, wird plötzlich in uns selbst entdeckt. Forscher*innen wie Künstler*innen erkunden tierisch-menschliche Analogien.

Doch auch die andere Seite der Beziehung zwischen Tier und Mensch wird beleuchtet, die Entindividualisierung des Tieres. Als verführerische Fischplatte in schillernd bunten Farben oder als fetter Schinken besetzt das getötete Tier die Bildfläche, als aufgespießtes Objekt dient es menschlicher Gier und Neugier. Es ist eine Kunst voll morbiden Charmes, die die menschlichen Genüsse demonstriert, welche dem Tier Schmerz und Leid verursachten. Gesichtslos, fragmentiert wird es zur Ware. Die Kunstwerke der Sammlung Rau für UNICEF erzählen diese wechselvollen Geschichten von Tier und Mensch bis in unsere heutige Zeit.

* in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Schöner als die Nike von Samothrake? – Design und Automobilität

Kunst auf dem Schirm

 

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Zoom-Veranstaltung

 

19:00 bis 20:00 Uhr

 

Kosten: € 8,- pro Person
Anmeldungen ab sofort – Sie erhalten rechtzeitig den Link zur Veranstaltung
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Foto: Louvre Museum, CC0, via Wikimedia Commons

 

Im Oktober 1955 brach ein neues Zeitalter an. Eine Göttin, „La Déesse“, trat in Erscheinung. Und binnen Tagesfrist hatte sie bereits 12.000 Verehrer. Sie alle waren ihrer einzigartigen Erscheinung, ihrer universellen Eleganz, ihrer Noblesse verfallen. Sie war von so exotischer Schönheit, dass es schien, als käme sie von einem anderen Stern.

Foto: Citroën Deutschland GmbH

Eine Diva also. Durch und durch. Doch nicht in Hollywood erlebte sie ihren Durchbruch, sondern auf dem Pariser Autosalon des Jahres 1955. Die Rede ist vom Citroën DS. Dieses Auto sollte in mancherlei Hinsicht Geschichte schreiben. Bis zum heutigen Tage, an dem sich das automobile Zeitalter des Verbrenners dem Ende zuzuneigen scheint, ist die DS alias „La Déesse“ im Hauptberuf Designikone geblieben: wahrhaft göttlich und schön anzuschauen.

Was Flaminio Bertoni (1903-1964) als Gestalter im Gespann mit dem Konstrukteur André Lefèbre (1894-1964) hier geschaffen hatte, war und blieb eine Sensation.

Und Filippo Tommaso Marinetti wusste es schon 1909. In seinem Manifest des Futurismus erklärte er, dass sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hatte: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, so schrieb er, ein aufheulendes Auto ist schöner als die Nike von Samothrake.

Und so kam es, dass Göttinnen nicht nur in der bildenden Kunst und aus Marmor, sondern auch in der angewandten Kunst auf vier Rädern und aus Blech in Erscheinung traten. Und dieser Erscheinung wollen wir uns bei der „Kunst auf dem Schirm“ von unterschiedlichen Standpunkten und unter verschiedenen Aspekten nähern. Wir sehen diese heutige Veranstaltung daher als Auftakt zum Thema „Automobilität,“ mit dem wir uns in einer lockeren Serie näher befassen möchten.

Die Motivation steckt naturgemäß in unseren eigenen Auto-Geschichten, durch die wir Teil der Erzählung vom automobilen Zeitalter geworden sind, denn unsere ersten Autos waren, nein: sind Designikonen, deren Form, Charakter und Gestalt sicher nicht nur uns glücklich gemacht haben: VW Käfer und Citroen 2CV, hierzulande besser bekannt als „Ente.“ Davon und von vielen anderen Begebnissen, Erlebnissen und Beobachtungen möchten wir erzählen, berichten und uns mit Ihnen austauschen.

Darauf freuen sich und grüßen herzlich

Olaf Mextorf + Manfred Luckas

http://manfredluckas.de/

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Richard Meier, der weiße Riese – Ein „architektonischer Spaziergang“ durch seine Museumsarchitektur

Architekturbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 29. Oktober 2022 – Im Richard Meier-Neubau des Arp Museums.*

 

11:30 bis 13:00 Uhr

 

Kosten: € 16,50 pro Person zzgl. ermäßigter Museumseintritt
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Treffpunkt: kurz vor 11:30 Uhr im Kassenbereich des Museums

 

Ein 15jähriges Jubiläum ist zu feiern: 2007 eröffnete der Neubau des Arp Museums, entworfen vom amerikanischen Stararchitekten Richard Meier. Grund genug also, das Jahr auch der Architekturbetrachtung zu widmen. Dieses Mal wollen wir versuchen herauszufinden, welche Rolle die Architektur eines Museums bei einer gelingenden Kunstbetrachtung spielt. Raumerleben, Lichtwirkung, Rhythmus und Transparenz werden hierbei einige leitende Sichworte sein.

Jede Wetterlage, jede Tages-, jede Jahreszeit übt Einfluss auf die Architektur des Arp Museums aus, denn das Licht ist, wie Richard Meier selbst sagt, „das wichtigste Baumaterial,“ das ständig wechselnd immer andere Wirkungen erzeugt. Wie aber inszeniert der Architekt den Lichteinfall im Museum? Und wie verhalten sich Wegeführung, räumlicher Rhythmus und die Ausstellungsbereiche zueinander?

Richard Meier selbst hat in Kenntnis der europäischen Architekturgeschichte und grundiert durch eigene Anschauung die These aufgestellt, dass das Museum heute eine vergleichbare Funktion wie die Kathedralen in der Vergangenheit haben könnte.

Und sind Museen nicht längst zu Pilgerstätten kunstbegeisterter Zeitgenossen geworden, Museumsarchitektur ein verlässlicher Magnet für Besucherströme und der Neubau des Arp Museums in Rolandseck nicht ein Beispiel für dieses Phänomen?

Entdecken Sie gemeinsam mit uns die Wirkweise des Arp Museums, diskutieren Sie Funktion, Konzept und architektonische Umsetzung und machen Sie sich Ihr eigenes Bild.

Auf einen anregenden Rundgang freuen sich

Judith Graefe + Olaf Mextorf

 

* in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Richard Meier und der internationale Museumsboom

Der entschleunigte Blick nach vorn: Das Arp Museum im Dialog!

 

Donnerstag, 03. November 2022 – Im Richard Meier-Neubau und dem historischen Bahnhofsgebäude.*

 

17:00 bis 19:30 Uhr

 

Kosten: € 21,50 pro Person inkl. Museumseintritt
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Stichwort „Meier“ bitte auf dem Anmeldeformular angeben
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Treffpunkt: kurz vor 17:00 Uhr im Kassenbereich des Museums

 

Der entschleunigte Blick nach vorn: Das Arp Museum im Dialog! ist in *enger Kooperation mit der Abteilung Kunstvermittlung des Arp Museums Bahnhof Rolandseck entstanden. Anlaß für unsere Reihe ist das 15jährige Jubiläum des Arp Museums, das wir mit diesen Veranstaltungen begleiten möchten.

Richard Meiers erster Bau in Europa war das Museum für Kunsthandwerk in Frankfurt am Main. Die Planungen hierfür fallen in die späten 1970er Jahre. Gleiches gilt für das Arp Museum in Rolandseck. Damit sind beide Museumsplanungen Teil eines internationalen Museumsbooms, der vor allem in den 1980er Jahren eine Reihe prominenter Bauten renomierter internationaler Architekten hervorbrachte.

Mal wurde das Museum als neue Stadtkrone mit markanter städtebaulicher Funktion definiert, wie das Museum Abteiberg in Mönchengladbach von Hans Hollein, mal als deutlich vernehmbares Echo der klassischen Moderne wie bei Richard Meiers Museen oder aber als bonbonfarbene Architekturkaskade theatralischen Ausmaßes wie bei James Stirlings Neuer Staatsgalerie in Stuttgart. Es entfaltete sich eine vielstimmige Architektursprache mit selbstbewusstem Auftreten – wirksam bis heute, diskutabel bis heute.

Und genau das möchten wir – ausgehend von Richard Meier – Ihnen in dieser Veranstaltung anbieten: eine Diskussionsgrundlage in Form einer Reihe markanter Bildbeispiele. Diese Veranstaltung richtet sich dabei ausdrücklich an alle Architekturinteressierten, denn die baulich gestaltete Umwelt ist schließlich Teil unser aller Erfahrungswelt.

Es freuen sich auf eine intensive Architekturbetrachtung

Olaf Mextorf + Judith Graefe

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

Tierisch was los!

Kunstbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 19. November 2022 – Arp Museum Bahnhof Rolandseck

In der Ausstellung „Tierisch was los! Tiere und ihre Menschen“ in der Kunstkammer Rau. *

 

11:30 bis 13:00 Uhr

 

Kosten: € 16,50 pro Person zzgl. ermäßigter Museumseintritt
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Treffpunkt: kurz vor 11:30 Uhr im Kassenbereich des Museums

aus dem Ankündigungstext des Museums:

In der zweiten Jahreshälfte 2022 ist in der Kunstkammer Rau »tierisch was los!« Denn in vielen Gemälden und Skulpturen der Sammlung Gustav Raus kräht, bellt und grunzt es. Ab September heißt es: Leine los, jetzt wird die Tierwelt vom Mittelalter bis in die Neuzeit entfesselt.

Mythische Tierwesen und gezähmte Kreaturen sind zentrale Gestalten in Religion und Volksglauben. Mal sind sie geistiger Ahnherr, helfender Gott, verfluchter Dämon oder symbolische Stellvertreter*innen des Menschen. In ihnen spiegelt sich die traditionell enge Bindung zwischen Tier und Mensch. Diese Bindung ist ambivalent, geprägt von Liebe und Furcht, von kompromissloser Inbesitznahme und der Akzeptanz eines nützlichen Helfers an menschlicher Seite. Beispielhaft werden einige dieser Helfer vorgestellt: Milchkühe, Schafe, Pferde und Hühner treten ins Rampenlicht der Bildbühnen.

Das nicht gezähmte Wildtier bleibt dagegen Beute. Frisch erlegt, apportiert vom treuen Jagdhund wird es von Barock-Maler*innen festgehalten, um den höfischen Jagdsport und seine Erfolge zu demonstrieren. Mehr und mehr emanzipiert sich der individuelle Hund vom anonymen Rudel, wird zum engsten Begleiter und schließlich im 18. Jahrhundert zum Freund des Menschen. Diente der Windhund in klassischen Porträts dem Jagdherrn als Ausweis seines Adels, sitzt er nun als Gefährte auf Tisch und Bank nahezu gleichberechtigt neben ihm.

Mit der Revolution der Wissenschaft in der Aufklärungszeit erhält die Tier-Mensch-Beziehung erneut einen gewaltigen Schub. Vom sezierten oder studierten Objekt wird das Tier zum Darwin‘schen Ich, wird plötzlich in uns selbst entdeckt. Forscher*innen wie Künstler*innen erkunden tierisch-menschliche Analogien.

Doch auch die andere Seite der Beziehung zwischen Tier und Mensch wird beleuchtet, die Entindividualisierung des Tieres. Als verführerische Fischplatte in schillernd bunten Farben oder als fetter Schinken besetzt das getötete Tier die Bildfläche, als aufgespießtes Objekt dient es menschlicher Gier und Neugier. Es ist eine Kunst voll morbiden Charmes, die die menschlichen Genüsse demonstriert, welche dem Tier Schmerz und Leid verursachten. Gesichtslos, fragmentiert wird es zur Ware. Die Kunstwerke der Sammlung Rau für UNICEF erzählen diese wechselvollen Geschichten von Tier und Mensch bis in unsere heutige Zeit.

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

„The Best Of“ der letzten 15 Jahre im Arp Museum…

Der entschleunigte Blick nach vorn: Das Arp Museum im Dialog!

 

Donnerstag, 01. Dezember 2022 – Im Richard Meier-Neubau und dem historischen Bahnhofsgebäude.*

 

17:00 bis 19:30 Uhr

 

Kosten: € 21,50 pro Person inkl. Museumseintritt
Anmeldungen ab sofort – Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.
Stichwort „Best Of“ bitte auf dem Anmeldeformular angeben
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Treffpunkt: kurz vor 17:00 Uhr im Kassenbereich des Museums

 

…. ein „Best of“ auszuloben ist natürlich eine Unmöglichkeit angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen künstlerischen Positionen zwischen Mittelalter und Gegenwart. Dennoch möchten wir rückblickend an eine Reihe von Ausstellungen erinnernd anknüpfen, die uns als Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittlern ganz besondes in Erinnerung geblieben sind. Sei es, weil der Austausch zwischen Skulptur, Plastik und Architektur ein einmaliges Kunsterleben ermöglichte, sei es, weil die Zusammenschau von alter und zeitgenössischer Kunst neue Erkenntnisse bereit hiel oder sei es einfach, weil nur die konkrete Anschauung der originalen Werke eine unmittelbar wirksame Kunsterfahrung bereithält.

Der entschleunigte Blick nach vorn: Das Arp Museum im Dialog! ist in *enger Kooperation mit der Abteilung Kunstvermittlung des Arp Museums Bahnhof Rolandseck entstanden. Anlaß für unsere Reihe ist das 15jährige Jubiläum des Arp Museums, das wir mit diesen Veranstaltungen begleiten möchten.

Es freuen sich auf eine intensiven Austausch

Olaf Mextorf + Judith Graefe

 

 

Zwischen Himmel und Hölle – Berlinde De Bruyckeres skulpturaler Kosmos

„15 Jahre Arp Museum – Ein „entschleunigter“ Gang durch das Haus

Kunstbetrachtung im Dialog

 

Samstag, 17. Dezember 2022 – Ein Rundgang durch das Arp Museum Bahnhof Rolandseck. *

 

11.30 bis 13:00 Uhr

 

Kosten: € 16,50 pro Person zzgl. ermäßigter Museumseintritt
Anmeldungen ab sofort – Sie erhalten eine Anmeldebestätigung
Stichwort „15 Jahre Meier bitte auf dem Anmeldeformular angeben
Anmeldeformular
Treffpunkt: kurz vor 11:30 Uhr im Kassenbereich des Museums

 

Das Jubiläumsjahr neigt sich seinem Ende zu und Weihnachten steht vor der Tür. Vielleicht der rechte Moment für einen besinnlichem Gang durch das Museum. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir das eine oder andere Werk noch einmal genauer in den „entschleunigten“ Blick nehmen, möchten noch einmal der Wechselwirkung zwischen Architektur und Kunst nachgehen. Was macht das Museum zu einem besonderen Ort? Ist es die Erlebnisvielfalt? Sind es die neuen Anregungen, der Austausch miteinander, die Ruhe oder die Möglichkeit zur Kontemplation?

Allesamt Fragen, die uns in diesen ungewissen Zeiten auch immer wieder auf uns zurückwerfen. Was macht unser Zusammenleben aus? Was sind die Werte, die unser Leben und Zusammenleben bestimmen? Welche Ideen, Visionen und vielleicht auch Utopien entwickeln sich im Austausch miteinander?

Am Ende des Jahres freuen sich auf eine gemeinsame Kunstbetrachtung

Nicole Birnfeld + Judith Graefe